Infos Lehrerinnen und Lehrer

Mitwirkung der Lehrkräfte

Auch die Vertreterinnen und Vertreter der Lehrkräfte sind am QA-Verfahren an bestimmten Punkten beteiligt und es wird nach Wünschen und Anliegen des Kollegiums gefragt.

 

Wann sind Vertreterinnen und Vertreter der Lehrkräfte beteiligt und gefragt?

 

·         Abstimmungsgespräch

·         Interview mit den Lehrkräften

·         Unterrichtsbesuche

·         Bericht

·         ggf. Erläuterungsgespräch

·         Zielvereinbarungsprozess

 

Und wie können sich die Vertreterinnen und Vertreter der Lehrkräfte gut vorbereiten?

Vorbereitung auf das Abstimmungsgespräch

 

Inhaltlich geht es darum herauszufinden, welche Themen- und Fragestellungen bei der Qualitätsanalyse der Schule in den Blick genommen werden sollen – aus Perspektive des Lehrerkollegiums. Die Entwicklung der Fragen ist ganz frei: Fragen könnten, müssen aber nicht sein:

  • Welche Stärken hat unsere Schule?
  • Was interessiert uns als Lehrkräfte in dieser Schule?
  • Welche Probleme haben wir an der Schule?
  • Woran haben wir in letzter Zeit gearbeitet?
  • Sind wir mit dem bisherigen Zielvereinbarungsprozess so zufrieden?
  • An welchen aktuellen schulischen Entwicklungsvorhaben arbeiten wir?
  • Welche (neuen) Ziele und Maßnahmen haben wir in der Schule geplant, um sie weiter zu entwickeln?
  • Womit haben wir uns bisher nicht beschäftigt und wollen wissen, ob wir in diesem Bereich etwas verändern können?
  • Welche Evaluationsmaßnahmen führen wir durch? Wie gehen wir mit den Ergebnissen um?

 

Zur Vorbereitung stellen das Qualitätsteam und die Schulleitung Informationen zur Verfügung. Da die katholischen Schulen in der Regel schon einmal ein QA-Verfahren durchlaufen haben, gibt es so genannte Zielvereinbarungen. Hier hat die Schule nach der ersten QA zusammen mit dem Schulträger festgelegt, welche Bereiche in Bezug auf Schul- und Unterrichtsentwicklung bearbeitet werden sollen. Diese Zielvereinbarungen und die Dokumente zu den einzelnen Schulentwicklungsprozessen helfen nachzuvollziehen, was schon alles in den letzten Jahren geschehen ist und wie viel Arbeit die Schule schon investiert hat. Diese Dokumente können - als eine Möglichkeit - ausgewertet werden, ob diese Wege schon zu Ende gegangen sind, die Dinge auf einem guten Weg sind oder ob noch Unterstützung benötigt wird.

 

Die im Vorgespräch oder von der Schulleitung ausgehändigten Materialien (Materialpaket) können ebenso als Hilfe dienen. Das Material, z. B. Abfragebögen, darf verändert werden. Eine Vertretung der Lehrkräfte kann z. B. eigene Fragen entwickeln, die Antworten von Ja/Nein hin zu beispielsweise „stimme voll zu“/“stimme eher zu“/“stimme eher nicht zu“/“stimme gar nicht zu“ oder anderen Variationen erweitern. Wichtig ist eine gute Rückkopplung an das Lehrerkollegium, das vertreten wird.

 

Abstimmungsgespräch

 

Im Abstimmungsgespräch stellen zwei bis drei Vertreterinnen und Vertreter der Lehrkräfte die von ihnen ermittelten Themen- und Fragestellungen selbst vor. Vertreterinnen und Vertreter der Gruppe müssen nicht zwangsläufig Mitglieder des Lehrerrats sein. Auch das können die Vertreterinnen und Vertreter der Lehrkräfte selbst entscheiden.

An dieser Stelle ist kein Raum für Selbstdarstellung, Grundsatzdiskussionen über die QA oder Entscheidungen der Bildungspolitik, sondern das Ergebnis der Findung von Themen- und Fragestellungen aus Perspektive der Lehrkräfte ist gefragt. Die Wünsche und Anregungen werden berücksichtigt. Das Qualitätsteam macht Vorschläge, welche Analysekriterien aus dem Qualitätstableau den Themen- und Fragestellungen zugeordnet werden können und übersetzt sie in die Sprache des Prüftableaus. Manchmal kann es vorkommen, dass Themen durch die Instrumente der QA nicht berücksichtigt werden können. In diesem Fall wird das Qualitätsteam auf das Problem eingehen und nach einer Lösung für die Berücksichtigung im Rahmen der QA suchen. Gemeinsam mit den anderen im Abstimmungsgespräch vertretenen Gruppen (Schülerinnen und Schüler, Eltern und Erziehungsberechtigte, Schulseelsorge, Schulaufsicht bzw. Schulträger und Schulleitung) wird dann das schulspezifische Analysetableau entwickelt.

 

 

Interview mit den Lehrkräften

 

Wichtig zu wissen ist, dass es sich hierbei nicht um eine Diskussionsrunde handelt, sondern um ein Gruppeninterview. Hier geht es um Fragen, die es dem Qualitätsteam ermöglichen, sich ein Bild von der Schule aus Perspektive der Lehrerschaft zu machen. Und zwar genau zu den Themen- und Fragestellungen, die im Abstimmungsgespräch für alle verbindlich festgelegt wurden. Eine konkrete Vorbereitung ist nicht notwendig. Es wird zugesichert, dass selbstverständlich alle Aussagen im Interview nicht Einzelpersonen zugeordnet werden können und ein Vertrauensschutz gilt.

Es können maximal 12 Personen daran teilnehmen, die möglichst die Vielfalt der Schule darstellen und etwas zur Schule sagen können und wollen, also nicht unbedingt nur Gremienmitglieder.

 

Unterrichtsbesuche

 

Eine Unterrichtseinsichtnahme ist kein Unterrichtsbesuch wie der einer Fachleiterin bzw. eines Fachleiters oder ein solcher im Zusammenhang mit Beurteilungen, Beförderungen, Bewerbungen. Eine persönliche Beurteilung der einzelnen Lehrkraft ist weder möglich noch gewollt. Eine fachliche Beurteilung findet nicht statt. Eine Bewertung der Sozialform als solche erfolgt nicht, lediglich die Quantität wird erfasst. Innerhalb der jeweiligen Sozialform findet allerdings durchaus eine Bewertung statt.

 

Es geht um die systemische Fragestellung: In welcher Prozessqualität lernen die Schülerinnen und Schüler in der Bandbreite der Fächer, Jahrgänge und Lehrerpersönlichkeiten dieser Schule? Deswegen gilt: 50% der Lehrkräfte müssen mindestens im Unterricht besucht werden, damit ein aussagefähiges Ergebnis zustande kommt. Zusätzlich werden alle Jahrgangsstufen und die Fächer nach ihrer Bedeutung erfasst. Erste und zweite Stundenhälften sollen mit etwa gleicher Anzahl besucht werden. Durch diesen Umfang und die Vielfalt wird sichergestellt, dass eine durch Daten gestützte differenzierte Rückmeldung über didaktische Gestaltung und aktive Lernprozesse erstellt werden kann.

 

Die Daten aus dem Unterrichtsbeobachtungsbogen werden anonymisiert in ein Computerprogramm eingegeben. Die Schulleitung erhält keinerlei Informationen über einzelne Lehrkräfte und deren Unterricht. Hiervon muss nur dann eine Ausnahme gemacht werden, wenn Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten werden oder wenn Gefahr im Verzug ist. Die Qualität des Unterrichts der einzelnen Lehrkraft fließt also in das Gesamtbild des beobachteten Unterrichts ein. Für jeden Indikator des Unterrichtsbeobachtungsbogens trifft die Qualitätsprüferin/der Qualitätsprüfer eine Entscheidung mit dem Ergebnis "ist in guter Qualität erfüllt" oder "...nicht". Die Einzelstunde, ein einzelnes Fach oder die einzelne Lehrkraft sind nicht zu identifizieren, denn die QA bildet auf Systemebene ab.
Für die Beurteilung des Unterrichts einzelner Lehrkräfte ist nicht die QA zuständig, sondern z. B. die Fachleitung, die Schulleitung oder die erzbischöfliche Schulrätin bzw. der erzbischöfliche Schulrat.

 

Lehrerinnen und Lehrer, die sich auf einen Unterrichtsbesuch vorbereiten wollen, können sich den  Unterrichtsbeobachtungsbogen und seine Kommentierung downloaden und so ihren Unterricht in Eigenverantwortung rückblickend beurteilen. Sie können sich auch im Rahmen gegenseitiger Hospitationen durch eine Kollegin/einen Kollegen beobachten lassen. Ebenfalls können sie Schülerinnen und Schüler als Expertinnen und Experten für Unterricht nutzen. Vorschläge hierzu sind in unseren Web-Links zu finden.

 

Rückmeldung

 

Die Rückmeldung an das Lehrerkollegium beschließt den Schulbesuch im Rahmen der Hauptphase.

 

Am letzten Tag des Schulbesuchs erhalten die Mitglieder der Lehrerkonferenz eine daten- und mediengestützte mündliche Rückmeldung. Es wird das Ergebnis der QA in Bezug auf das schulspezifische Analysetableau und die Unterrichtsbeobachtungen vorgestellt. Der Schwerpunkt der Rückmeldung an die Lehrkräfte liegt auf der Betrachtung der Ergebnisse der Unterrichtsbeobachtungen. Die Beteiligten erhalten Impulse für die Unterrichtsentwicklung sowie für die Qualitätssicherung und -entwicklung an der Schule. Außerdem gibt die Rückmeldung den Beteiligten Hinweise zur Interpretation des Qualitätsberichts und Informationen zum Umgang mit diesem.

 

Die zuständige Schulaufsicht nimmt an der Rückmeldung teil.

 

Bericht, Erläuterungsgespräch und Zielvereinbarungsprozess

 

Der Bericht ist allen schulischen Gremien, also auch der Vertretung der Lehrkräfte, innerhalb einer Woche nach Zusendung zur Verfügung zu stellen. Alle Gremienmitglieder haben das Recht, den Bericht in vollem Umfang lesen zu können.

 

Sollte der Bedarf bestehen, dass das Qualitätsteam den Bericht erläutert, so kann auf Anfrage der Schulleitung ein so genanntes Erläuterungsgespräch stattfinden, an dem auch Vertreterinnen und Vertreter der Lehrkräfte teilnehmen können.

 

Die Schulleitung soll den Gremien zeitnah nach Erhalt des Berichts die Möglichkeit zu einer innerschulischen Diskussion und Maßnahmenplanung geben – zunächst jeweils allein und dann gemeinsam in der Schulkonferenz. Im Anschluss daran werden dann mit der Schulformaufsicht, die an Katholischen Schulen der Schulträger wahrnimmt, Zielvereinbarungen getroffen. Diese werden schriftlich „SMART“ (SMART: S_pezifisch, M_essbar, A_ttraktiv, R_ealistisch, T_erminiert) fixiert. Hier werden verbindlich Schritte und Planungen zur weiteren Schul- und Unterrichtsentwicklung getroffen.