Ertrags- und Vermögenslage | Finanzbericht 2018

Ertrags- und Vermögenslage

Erzbistum Köln: Daten und Fakten 2018


Das Erzbistum Köln erstreckt sich mit einer Fläche von rund 6.181 Quadratkilometern über knapp 20 Prozent der Fläche des Landes Nordrhein-Westfalen und ist mit 1,9 Millionen Katholiken das mitgliederstärkste Bistum in Deutschland. Es umfasste im Berichtsjahr 180 Seelsorgebereiche mit 527 rechtlich selbstständigen Kirchengemeinden, 15 rechtlich selbstständigen Gemeindeverbänden und eine Vielzahl von Kirchengemeindeverbänden, die im Wesentlichen über Zuweisungen und Zuschüsse des Erzbistums Köln finanziert wurden.

Die Katholikenzahl im Erzbistum ist auch in 2018 weiter gesunken. Sie ging um rund 29.000 Mitglieder, das heißt um rund 1,5 Prozent, gegenüber dem Vorjahr zurück und lag am Jahresende bei 1.942.733 Personen. Ursachen sind analog zum Vorjahr die demografische Entwicklung, Migration und Kirchenaustritte. Knapp 20.000 Beerdigungen standen wie im Vorjahr rund 14.000 Taufen gegenüber. Die Zahl der Austritte hat sich mit rund 18.500 gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Darüber hinaus reduzierte sich die Mitgliederzahl durch Wanderungseffekte und sonstige Veränderungen.

Entwicklung der Mitgliederzahl

2018

2017

Kirchenmitglieder zum 01.01.

1.971.823

1.992.964

Taufen

13.988

14.051

Kircheneintritte

243

286

Wiederaufnahmen

653

737

Beerdigungen

–19.976

–19.945

Austritte

–18.472

–13.931

Sonstige Veränderung

–5.526

–2.339

Kirchenmitglieder zum 31.12.

1.942.733

1.971.823

Verwendung der Erträge


Die Erträge des Erzbistums Köln bilden eine wichtige Basis für die Erfüllung der jährlichen Aufgaben. Sie werden verwendet, um insbesondere die Kirchengemeinden und Verbände zu finanzieren, die die seelsorgerische und karitative Arbeit leisten. Außerdem fließen sie in den Erhalt der notwendigen Infrastruktur und tragen dazu bei, kirchliche Arbeit nachhaltig zu gestalten. Dazu gehört auch die Unterstützung der Kirchengemeinden bei der entsprechenden Instandhaltung der erforderlichen Gebäude. Zugleich werden aus den Erträgen aktuelle Projekte oder Sondermaßnahmen finanziert, wie zum Beispiel die Flüchtlingshilfe, die das Erzbistum Köln seit vielen Jahren aktiv fördert.

Neben den Erträgen decken die Finanzmittel der Bilanz auch die langfristigen Verpflichtungen und sorgen so über das Jahr 2018 hinaus für Verlässlichkeit bei der Erfüllung der Aufgaben.

Entwicklung der Erträge


Das Erzbistum Köln verzeichnete 2018 gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung der ordentlichen Erträge um 2,3 Prozent von rund 860,4 Mio. Euro auf 879,4 Mio. Euro. Dabei sind die Erträge aus Kirchensteuern die wichtigste Einnahmequelle des Erzbistums Köln. Sie nahmen im Jahr 2018 um 2,3 Prozent auf 670,4 Mio. Euro zu und sind damit das achte Jahr in Folge gestiegen. Diese Zunahme geht, wie auch in den Vorjahren, auf die gute konjunkturelle Entwicklung und die hohe Erwerbstätigkeit zurück. Der Anteil der Kirchensteuererträge an den ordentlichen Erträgen des Erzbistums beträgt 76,2 Prozent und liegt damit auf Vorjahresniveau.

Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen erhält das Erzbistum insbesondere für den Betrieb der erzbischöflichen Schulen. Diese Erträge nahmen gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent auf rund 127 Mio. Euro zu. Die sonstigen Umsatzerlöse stiegen um 13 Prozent auf 47 Mio. Euro. Die sonstigen Erträge unterliegen grundsätzlich größeren Schwankungen. Sie verzeichneten vor allem aufgrund von geringeren Auflösungen von Rückstellungen einen Rückgang von 15 Prozent auf 34,6 Mio. Euro im Berichtsjahr.

Den ordentlichen Erträgen des Erzbistums Köln in Höhe von 879,4 Mio. Euro standen im Berichtsjahr um 2,9 Prozent gestiegene Aufwendungen von 878,1 Mio. Euro (2017: 853,3 Mio. Euro) gegenüber. Grund für die Zunahme sind vor allem die gegenüber dem Vorjahr um 11,8 Prozent gestiegenen Personalaufwendungen aufgrund gestiegener Altersvorsorge- und Beihilfeaufwendungen. Während der Lohnanstieg bei rund 4 Prozent lag, stiegen die Aufwendungen für Pensionen und Beihilfen um 47 beziehungsweise 34 Prozent an. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 4.654 auf 4.693, vor allem aufgrund der Einstellung neuer Verwaltungsleitungen, die in den Kirchengemeinden eingesetzt werden.

Das Erzbistum Köln erstellt jährlich einen Personalbericht, der auch über Fragen der Gleichstellung und Entgeltgleichheit von Frauen und Männern informiert und damit auch Anforderungen des Entgelttransparenzgesetzes abdeckt. Details dazu enthält das Kapitel zur nachhaltigen Personalarbeit in diesem Bericht.

Die Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen verringerten sich 2018 gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent. Dieser Rückgang basiert im Wesentlichen auf niedrigeren Liquiditätshilfen an kirchengemeindliche Kindertagesstätten in Höhe von 5,4 Mio. Euro und geringeren Investitionszuweisungen für Gebäude der territorialen Seelsorge und Kindertagesstätten von 4,7 Mio. Euro.

Obwohl im vierten Quartal 2018 konjunkturelle Abwärtsrisiken im Fokus standen und die Aktien- und Kreditmärkte deutliche Kursverluste verzeichneten, ergaben sich daraus kaum negative Auswirkungen auf das Buchvermögen des Erzbistums Köln.

Das Finanzergebnis fiel trotz eines Rückgangs von 3,4 Prozent auf 21,4 Mio. Euro besser aus als erwartet. Die Erträge aus Wertpapieren gingen gegenüber 2017 um 2,1 Mio. Euro auf 40,8 Mio. Euro zurück. Demgegenüber waren die Aufwendungen aus Aufzinsungen rückläufig.

Das Erzbistum Köln hat 2018 einen Jahresüberschuss von 22,6 Mio. Euro und damit ein gegenüber dem Wirtschaftsplan besseres Ergebnis als erwartet erzielt. Grund dafür waren vor allem die im Berichtsjahr starke Ertragslage, die gegenüber der Planung geringeren Aufwendungen sowie das besser als erwartet ausgefallene Finanzergebnis.

Die Ertragslage des Erzbistums Köln hängt maßgeblich von der Höhe und Entwicklung des Kirchensteuereinkommens ab, das vor allem stark von der Mitgliederzahl des Erzbistums beeinflusst wird. Da diese weiterhin kontinuierlich zurückgeht, sind zukünftig grundsätzlich sinkende Kirchensteuererträge zu erwarten. Gleichzeitig muss aufgrund der Preisentwicklung mit höheren Bauund Instandhaltungskosten sowie aufgrund tariflicher Erhöhungen mit steigenden Personalkosten gerechnet werden. Das Erzbistum Köln betreibt weiterhin eine vorsichtige Finanzpolitik. Die Berücksichtigung der vorgenannten Aspekte und andere ungewisse Entwicklungen fließen daher in die vorausschauende Analyse der Aufwands- und Ertragssituation ein. Gleichzeitig achtet das Erzbistum darauf, Handlungsfähigkeit bei kurzfristigen Entwicklungen und Herausforderungen zu gewährleisten.

Das Gesamtvermögen des Erzbistums Köln nahm im Geschäftsjahr 2018 um 83,9 Mio. Euro auf 3.823,1 Mio. Euro zu. Dabei lag das Sachanlagevermögen bei einem Anstieg von rund 0,2 Prozent mit insgesamt 710,9 Mio. Euro leicht über dem Vorjahresniveau. Es stieg bei Zugängen von 35,7 Mio. Euro und Abgängen von 5 Mio. Euro sowie aufgrund von Abschreibungen von 29,3 Mio. Euro um 1,6 Mio. Euro. Die Sachanlagen repräsentieren damit 18,6 Prozent des Gesamtvermögens. Das Finanzanlagevermögen des Erzbistums wurde auch 2018 weiter gestärkt. Es stieg unter Berücksichtigung einer Zunahme von Wertpapieren und einer gleichzeitigen Verringerung sonstiger Ausleihungen um 54,4 Mio. Euro und stellt mit einem Anteil von 76,6 Prozent den wesentlichen Vermögenswert der Bilanz dar. Von den Finanzanlagen dienen rund 1,1 Mrd. Euro zur Deckung der Altersversorgungsverpflichtungen des Erzbistums.

Das Umlaufvermögen entfällt im Wesentlichen auf Guthaben bei Kreditinstituten und sichert die laufende Liquidität, unter anderem für die monatlichen Zuweisungen an die Kirchengemeinden und Verbände sowie die Gehaltszahlungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es nahm von 146,1 Mio. Euro um rund 28 Mio. Euro auf 174 Mio. Euro zu.

Auf der Passivseite der Bilanz blieb das Eigenkapital bei einer leichten Erhöhung um 0,9 Prozent mit rund 2,6 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Die Zusammensetzung des Eigenkapitals hat sich nur geringfügig verändert. Während das Bistumskapital, das das Eigenkapital im engeren Sinne darstellt, und die Ausgleichsrücklage unverändert blieben, wurden die Bauerhaltungs- und Sonderrücklagen für die langfristige Finanzierung der Gebäudeinstandhaltungen von Kirchen von 669,1 Mio. Euro auf 685,7 Mio. Euro aufgestockt. Die Rücklagen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen nahmen von 455,3 Mio. Euro um 0,6 Prozent auf 458,1 Mio. Euro zu. Dabei ist festzustellen, dass das operative Ergebnis nicht ausreicht, die vorgesehene Rücklagenbildung vollständig zu erfüllen. Aufgrund eines starken Anstiegs des Baupreisindexes wäre eine deutlich höhere Zuführung zur Bauerhaltungsrücklage in Höhe von 24,8 Mio. Euro (gegenüber 14,5 Mio. im Vorjahr) vorzunehmen gewesen. Auf Basis des verfügbaren Ergebnisses wurden der Rücklage aber nur 16,7 Mio. Euro zugewiesen.

Die Eigenkapitalquote des zusammengefassten Jahresabschlusses für das Erzbistum und den Erzbischöflichen Stuhl sank um 1 Prozent von 69,3 Prozent auf 68,3 Prozent. Ursache hierfür war insbesondere die deutliche Zunahme der Rückstellungen um 77,6 Mio. Euro.