Ausblick | Finanzbericht 2018

Ausblick

Volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die Konjunktur der deutschen Wirtschaft hat sich im dritten und vierten Quartal 2018 spürbar abgekühlt und es bleibt abzuwarten, ob das anhaltende Wachstum sich 2019 weiter fortsetzt oder die Hochkonjunktur beendet ist.

Mit Blick auf die weiterhin robuste Binnenkonjunktur ist eine Rezession 2019 jedoch nicht zu erwarten. Für das laufende Wirtschaftsjahr ist, obwohl die Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung als sehr hoch eingeschätzt werden, ein positiver Wert der realen Zuwachsrate des Bruttoinlandsproduktes zu erwarten. Sofern sich das außenwirtschaftliche Umfeld nicht durch einen ungeregelten Brexit, eine Verschärfung bestehender Handelskonflikte oder anderer Krisen weiter abschwächt, kann im Laufe des Jahres 2019 mit einer Belebung der Konjunktur gerechnet werden.

Entwicklung der Kirchensteuererträge

Für die Fortsetzung der positiven Kirchensteuerentwicklung ist das anhaltende Wachstum der deutschen Wirtschaft eine wesentliche Voraussetzung. Eine Konjunkturbelebung würde sich positiv auf die Entwicklung der Kirchensteuern auswirken. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass nicht nur das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes selbst zu kurzfristigen Veränderungen der Kirchensteuerentwicklung beiträgt, sondern andere Parameter wie die Veränderungen der Erwerbstätigenzahl und der Steuerquote oder die Inflation teilweise sogar stärker auf die Kirchensteuerentwicklung wirken. Auch der zuletzt vergleichsweise hohe Rückgang der Katholikenzahl durch Austritte und demografische Faktoren belastet zunehmend stärker die Kirchensteuerentwicklung, zumal wenn aus dem anhaltenden Wachstum der Erwerbstätigenzahl nur noch ein abnehmender Zuwachs an Kirchensteuerzahlern resultiert.

Für die Prognose der Kirchensteuererträge spielt auch die Mitgliederzahl des Erzbistums Köln eine wichtige Rolle. Die Katholikenzahl im Erzbistum ist im Jahr 2018 weiter auf 1.942.733 gesunken. Der fortgesetzte Rückgang der Mitgliederzahl ist Folge der demografischen Entwicklung, wonach jedes Jahr mehr Katholiken sterben, als durch die Taufe neu in die Kirche aufgenommen werden. Ursache sind einerseits nach wie vor die geringeren Geburtenzahlen in Deutschland sowie das Phänomen, dass weniger als 75 Prozent aller Kinder mit mindestens einem katholischen Elternteil getauft werden. Außerdem beeinflussen auch Austritte aus der katholischen Kirche die Mitgliederzahlen.

2018 sind im Erzbistum Köln 18.472 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten, was einer Quote von 0,94 Prozent entspricht. Damit lag die Zahl der Austritte deutlich über den Werten der Vorjahre und auch über dem langjährigen Mittel. Für das Jahr 2019 erwartet das Erzbistum einen weiteren Rückgang an Mitgliedern von etwas mehr als 1 Prozent. Dabei sollte der Mitgliederrückgang aufgrund der demografischen Komponente des Sterbeüberschusses und eines weiterhin hohen Niveaus der Austrittszahlen jedoch durch einen zu erwartenden positiven Saldo aus Fort- und Zuzügen gedämpft werden.

Insgesamt rechnet das Erzbistum Köln damit, dass das Kirchensteuereinkommen auch 2019 weiter steigt, die Zuwachsrate aber mit 1,3 Prozent deutlich geringer ausfällt als in den Vorjahren.

In den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2019 lag das Kirchensteueraufkommen auf dem Niveau des Vorjahres und damit unter dem Zielkorridor der Planungen. Ob die prognostizierten Kirchensteuererträge dennoch erreicht werden, hängt neben der Entwicklung der Kirchenlohnsteuer zu einem hohen Grad auch von der turnusmäßigen Jahresabrechnung der Kirchensteuerverrechnung ab, die Mitte des Jahres vom Verband der Diözesen Deutschlands erstellt wird und die Kirchenlohnsteuerverrechnung zwischen den Bistümern in Deutschland bestimmt. Unabhängig davon lassen die bisherigen Zahlen des laufenden Geschäftsjahres zum Kirchensteueraufkommen jedoch kein Übertreffen der Planzahlen erwarten.

Entwicklung der territorialen Seelsorge und Reorganisation der Rendanturen

Um das pastorale Personal weiter von Verwaltungsaufgaben zu entlasten und um auf diesem Wege die Seelsorge zu stärken, wird die Einführung von Verwaltungsleitungen in den Seelsorgebereichen im Erzbistum Köln auch 2019 fortgesetzt. Im Wirtschaftsjahr 2018 wurden 49 Stellen für Verwaltungsleitungen besetzt, sodass zum Jahresende über 120 Verwaltungsleiter/-innen in den Seelsorgebereichen tätig waren. Gleichzeitig führt das Erzbistum Köln die Reorganisation der Rendanturen mit dem mittelfristigen Ziel fort, die Zahl der heute 14 Rendanturstandorte deutlich zu reduzieren.

Das Erzbistum Köln forciert bei den Kirchengemeinden die Umstellung der Rechnungslegung auf handelsrechtliche Vorschriften (HGB), um die Transparenz hinsichtlich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erhöhen und eine leistungsfähigere Steuerungsmöglichkeit zu schaffen. Gleichzeitig kann damit bis 2021 den Anforderungen aus der Reform des § 2b Umsatzsteuergesetz entsprochen werden.

Aufwand und Ergebniserwartung 2019

Analog zum Vorjahr plant das Erzbistum Köln 2019 mit einer Steigerung der Aufwendungen um etwa 1 Prozent. Dabei liegen die prognostizierten Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen mit 363,6 Mio. Euro rund 4,6 Mio. Euro über dem Istwert von 2018. Grund dafür sind vor allem höhere Personalaufwendungen der Zuschussempfänger durch tarifliche Anpassungen. Gleichzeitig liegt die Planung für die vom Erzbistum selbst zu tragenden Personalaufwendungen mit 353,9 Mio. Euro rund 16,7 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang ergibt sich insbesondere aus gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2018 niedrigeren Altersvorsorgeaufwendungen. Die sonstigen Aufwendungen sind in den Planungen mit 141,7 Mio. Euro berücksichtigt und liegen rund 21,8 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Grund für die Zunahme sind nicht umgesetzte Projekte und Sondermaßnahmen im Wirtschaftsjahr 2018 sowie höhere geplante Projektaufwendungen, unter anderem für die Sanierung der Immobilie des Domforums in Köln und die aktuelle Etappe des Pastoralen Zukunftsweges.

Das Finanzergebnis 2019 wird in Höhe von 22,7 Mio. Euro kalkuliert und liegt damit um 1,2 Mio. Euro über dem in 2018 erzielten Wert. Insgesamt sieht der Wirtschaftsplan einen Jahresüberschuss von rund 14 Mio. Euro für 2019 vor, aus dem die notwendige Rücklagendotierung erfolgen soll. Im Wirtschaftsjahr 2019 ist ein Investitionsvolumen von rund 30,5 Mio. Euro vorgesehen.